Was sind eigentlich Sketchnotes?

Skizzen, Pfeile und kleine Bildchen, anstelle von seitenweise mitgeschriebenem Text – das klingt verlockend. Oder doch nicht? Warum soll ich zusätzlich Energie darauf verwenden Zeichnungen zu machen, wenn es die guten konventionelle Mitschrift auch tut? Was sind Sketchnotes genau und warum funktionieren sie so gut?

Was sind sketchnotes

Links die Sketchnote – Rechts die Beschreibung als Text. Der Vergleich zeigt sofort: Schneller zu verstehen, spannender und cooler ist die Sketchnote!

Die Antwort ist ganz einfach! Visuelle Notizen, auch Sketchnotes genannt, beanspruchen das Gehirn auf mehrere Arten und sorgen so dafür, dass neues Wissen besser und schneller aufgenommen wird. Die Details bleiben länger in Kopf und sind besser abrufbar. Und vor allem: es macht Spaß!

Sktechnotes – Verbales und Visuelles erzeugt zusammen eine Karte im Kopf

Der Grund dafür liegt in der Struktur unseres Gehirns. Mit der linken Gehirnhälfte nehmen wir vor allem rationale Funktionen wie das Sprechen, Hören, Analysieren und logische Entscheidungen wahr. Die rechte Gehirnhälfte ist für die kreativen Prozesse. Die Phantasie und damit auch das Zeichnen, Vorstellen und die emotionalen Strukturen sind hier angeordnet.

Die Kombination aus verbalen Worten und visuellen Sketchnotes beansprucht beide Gehirnhälften. Es findet ein reger Austausch zwischen beiden Seiten statt. Das Ergebnis ist eine umfassende Karte im Kopf, auf der alle Informationen detailliert hinterlegt sind. Statt einfach nur das Wort „Hund“ zu lesen, sieht man auch gleiche weitere abgespeicherte Informationen wie „Größe, Form, Farbe, Halsband und Rasse“. Das ist ein riesiger Vorteil! Informationen sind schneller abrufbar und man kann sich besser erinnern. Neues Wissen lässt sich so viel schneller erlernen.

Sketchnotes bestehen aus 3 wesentlichen Elementen

Es braucht ein bisschen Übung, bis man eine ganze Veranstaltung als Sketchnote mitzeichnen kann. Aber das ist am Anfang auch gar nicht nötig. Erweitert euree klassischen Mitschriften Schritt für Schritt um visuelle Elemente. Immer dort, wo dich ein Bild schneller weiterbringt, zeichne es. Schnell baut sich so eine ganz persönliche „Handschrift“ auf. Die eigenen Mitschnitte werden persönlicher und entsprechen genau Ihrer Denkweise.

Für die Umsetzung von Sketchnotes braucht man drei wesentliche Elemente:

  • Text
    Denken Sie hier nicht an die klassische Handschrift, sondern an Hierarchien, Hervorhebungen und Betonungen. Nutzt die Schrift wie ein Bildelement. Schreiben ich !LAUT!, dann wirkt es auch laut. Dagegen ist eine zartes „leise“ viel zurückhaltender.
  • Bilder
    Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte und wird immer wieder verstanden und erkannt. Zeichnen Sie eine Uhr statt „viertel vor zwölf“ zu schreiben. Wenn Sie später die Unterlagen durchgehen, finden Sie die Uhrzeit dank der gezeichneten Uhr sofort wieder. Im Text hätte man sie suchen müssen.
  • Struktur
    Organisiert und sortiert wird die Information durch die Struktur. Nutzt dabei die ganze Bandbreite an Möglichkeiten. Diagramme, Pfeile, Textkästen und Trennlinien geben dem Ganzen Halt und Ordnung.

Je häufiger man sich für kleine Sketchnotes entscheidet, desto schneller gehen sie einem als Gestaltungselement in Fleisch und Blut über. Eine Mitschrift ohne Pfeile und Bilder kommt einem dann schnell unnötig kompliziert vor. Probiert es aus. Viel Spaß beim Zeichnen!

Gudrun Wegener

Hi, ich bin Gudrun Wegener und freiberufliche Designerin. Im "bilderbuero" bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling.

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

    1. Hallo Michelle,
      ja mach das unbedingt! Es lohnt sich.
      Sketchnotes sind so toll und machen sehr viel Spaß!
      Liebe Grüße, Gudrun

  1. Hallo liebe Gudrun,

    da bin ich doch direkt mal von Deinem lieben Kommentar auf meinem Blog schnell zu Deiner Seite rübergehuscht und stelle fest, dass Du genau das machst, was ich schon so lange gerne mal lernen würde. 🙂

    Du hast ja bei mir gelesen, dass ich absolut nicht mit der Hand zeichnen kann und als mir die „Sketchnotes“ vor einiger Zeit über den Weg gelaufen sind, dachte ich, dass es vielleicht genau die Art und Weise des Zeichnens ist, welche ich eventuell auch lernen könnte. Hast Du vielleicht eine Idee oder eine Buchempfehlung, wie man damit mal starten kann. So ganz bei 0 für absolute Anfänger?

    LG Sanna

    1. Hallo Sanna,

      ja, Sketchnotes sind großartig und wenn man erstmal mit ihnen begonnen hat, dann schleichen sie sich überall im Alltag ein. Beim Telefonieren, in Konferenzen, bei Mitschriften, wenn man etwas erklären will, auf Einkaufslisten, in Rezepten… 😉

      Schau dir mal das „Das Sketchnote Handbuch: Der illustrierte Leitfaden zum Erstellen visueller Notizen“ von Mike Rohde oder „UZMO – Denken mit dem Stift: Visuell präsentieren, dokumentieren und erkunden“ von Martin Haussmann an. Die finde ich beide super!

      Ansonsten gilt: einfach anfangen! Das tolle an Sketchnotes ist ja, dass es nicht um perfekte Zeichnungen geht. Es gibt kein richtig und kein falsch, sondern nur dein ganz persönliche Handschrift.

      Liebe Grüße,
      Gudrun

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