Visuelle Kommunikation ist ein Urinstinkt

Überall begleiten uns Bilder im Alltag. Jeder Bereich, in dem wir uns aufhalten ist, voll von Hinweisen, Schildern, Plakaten oder Aufstellern. Das ist kein Zufall, denn die visuelle Kommunikation ist ein Urinstink, der in jedem Menschen tief verwurzelt ist.

Auch das Bedürfnis anderen Personen eine Nachricht zu übermitteln, ist so alt wie die Menschheit selbst. Dabei haben Bilder schon immer die Kommunikation dominiert. Sie sind ein universelles und barrierefreies Werkzeug, das auch noch tausende Jahre später noch verstanden wird.

AltamiraBison

By Rameessos (Own work), via Wikimedia Commons

Visuelle Kommunikation in der Geschichte

Vor 35000 Jahren zeichneten Menschen Bilder auf Höhlenwände, um miteinander zu kommunizieren. Überlebenswichtige Informationen wie Jagdtechniken, Wanderrouten oder Beutetiere wurden so von Generation zu Generation weitergegeben. Das sind Belege für die erste visuelle Kommunikation!

Die ältesten ägyptischen Hieroglyphen stammen etwa aus dem Jahre 3000 v.Chr. Sind ein gutes Beispiel dafür, wie man mit Icons uns Piktogrammen eine ganze Sprache entstehen lassen kann. Einige Symbole sind dabei so treffend gewählt, dass man auch heute noch und ohne umfangreiches Vorwissen deren Bedeutung verstehen kann.

Kinder lieben Bilder – Erwachsene auch

Kinder verfügen über ein intuitives Gespür für Bilder. Schon bevor sie sprechen können, begeistern sie sich für Bilderbücher. Im Kindergartenalter folgen dann selbstgezeichnete Bilder. Ganz frei und unbefangen kritzeln Kinder und geben alles wieder, was sie in ihrem Umfeld erleben und sehen. So zeigen sie ihre Sicht der Dinge, lange bevor sie schreiben können. Erst mit dem Schulalter wird das „Kommunikationsmittel Bild“ vom Text abgelöst.

Trotzdem ist die Liebe zu Bildern im Erwachsenenalter nicht verloren gegangen. Vielmehr ist sie in den Hintergrund getreten. Anstelle von eigenen Zeichnungen entscheiden wir uns für umfangreiche Text-Beschreibungen – unabhängig davon, ob das die bessere Wahl ist. Einfach loszuzeichnen trauen wir uns oft nicht mehr zu, dabei ist der Instinkt zu Visualisieren in jedem von uns.

Jeder kann visualisieren

Schaut euch bewusst in eurem direkten Umfeld um. Da ist der Zettel, den ihr neulich beim Telefonieren vollgekritzelt habt. Im Notizbuch liegt die Webbeschreibung für den Kollegen, bei der ihr mit ein paar Pfeilen markiert habt, wie man zum Treffpunkt kommt. Visuelle Kommunikation ist überall.

Traut euch eurem Urinstinkt nachzugeben und vergesst alles was ihr über die perfekte Zeichnung zu wissen glaubt. Es gibt keine richtigen und keine falschen Bilder. Es ist ja auch nicht jeder von uns ein Literaturpreisträger und trotzdem schreiben wir begeistert!

Gudrun Wegener

Hi, ich bin Gudrun Wegener und freiberufliche Designerin. Im "bilderbuero" bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Suche