Kreative Präsentationen für unterschiedliche Lerntypen

Eigentlich hast du dich auf den Vortrag gefreut, weil das Thema sehr spannend ist – Eigentlich… Doch der Funke springt nicht über und anstelle von neuem Wissen, bleibt nur Leere im Kopf zurück.

Doch woran liegt das? Wieso fällt es einem Teilnehmer leicht dem Gehörten zu folgen und anderen nicht? Eine Begründung dafür, liegt in den verschiedenen Lerntypen. Jeder Mensch bevorzugt andere Sinne um sich Wissen anzueignen und Neues zu lernen.

Welche Lerntypen gibt es?

Kreative Präsentationen für verschiedene Lerntypen
Je nachdem welche Sinne beim Lernen im Vordergrund stehen, unterscheidet man vier Lerntypen:

  • Visuelle Lerntypen
    Illustrationen, Erklärbilder, Grafiken und Handlungsabläufe – der visuellen Lerntyp schaut sich gerne Bilder an, um neue Zusammenhänge zu verstehen.
  • Auditive Lerntypen
    Ob mündlich erklärt, vorgelesen oder selbst gesprochen – für auditive Lerntypen geht das Lernen immer über die Ohren.
  • Kommunikative Lerntypen
    Mit Gesprächen und Diskussionen kommt der kommunikative Lerntyp am effektivsten ans Ziel. Er bespricht ein neues Thema ausführlich und von allen Blickwinkeln aus, um es zu verinnerlichen.
  • Motorische Lerntypen
    Lernen durch Ausprobieren und dabei eigene Erfahrungen machen, ist für motorische Lerntypen wichtig. So „erarbeiten“ sie sich neues Wissen.

Fast alle Menschen sind visuelle Lerntypen

Viele Menschen lassen sich nicht klar einer Gruppe zuordnen. Erst die richtige Mischung der verschiedenen Sinne, bringt den gewünschten Erfolg. Auffällig ist jedoch, dass beinahe alle Menschen, ganz oder teilweise, über die Augen lernen.

Dabei geht es nicht nur um Grafiken. Auch schriftliche Aufzeichnungen, Skizzen, Tafelbilder und bunte Flipcharts erfreuen sich großer Beliebtheit. Visuelle Kommunikation liegt in unseren Genen und funktioniert über alle Barrieren hinweg.

Was bedeutet das für Präsentationen?

In der beruflichen Praxis kann man sich die unterschiedlichen Lerntypen zunutze machen, indem man über mehrere Kanäle Informationen anbietet. Überlegt euch, welche alternativen Möglichkeiten es gibt, um ein Thema in einer Präsentation zu erklären. Durch die unterschiedlichen Kommunikationswege erreicht ihr alle Lerntypen und könnt euch sicher sein, dass jeder Teilnehmer neues Wissen mitnimmt.

Alternativen zur klassischen Folie

  • Beispiel: Musik und Hörbeispiele
    „Die neue Maschine ist nur noch halb so laut, wie das alte Modell.“ Das klingt gut, ist aber nicht greifbar. Spielt man beide Geräusche nacheinander vor, ist der Unterschied deutlich.
  • Post-its und Klebezettel
    Nehmen wir mal an bei einem Projekt müssen, um das geplante Ziel zu erreichen, viele Teilschritte unternommen werden. Wer diese wann machen soll, kann man zeigen, indem man alle Schritte auf Post-its schreibt und zunächst ungeordnet auf einem Flipchart sammelt. Im zweiten Schritt werden diese Post-its dann sortiert und den verschiedenen Bereichen zugeordnet.
  • Rollentausch und Seitenwechsel
    Sind die Fronten verhärtet, so schafft ein gespielter oder vorgestellter Rollentausch Verständnis für die andere Seite.
  • Spiele und Rätsel
    Im Anschluss an eine Präsentation werden die neuen Informationen in Form eines kleinen „Kreuzworträtsels“ abgefragt. Das neue Wissen wird so wiederholt und zusammengefasst.
  • Sympathieträger
    Eine Präsentation bekommt ein Gesicht, wenn ein Sympathieträger durch die Inhalte führt. Verwundert, überfordert, begeistert oder glücklich – er kann alles sein und bleibt so in den Köpfen.
  • Comics und Bildergeschichten
    Komplexe Zusammenhänge lassen sich hervorragend über Bildergeschichten erklären. Sie erreichen die Zuschauer viel unmittelbarer, als Worte es können. Macht euch diesen Vorteil zunutze
  • Graphic Facilitation
    Statt alles mitzuschreiben, werden die Inhalte und Ergebnisse live mitgezeichnet. Das Ergebnis ist ein großes Übersichtsbild, in dem alle Erkenntnisse dargestellt sind. Anstelle von „…das lesen sie auch auf Seite 124…“ gibt es eine Visualisierung, die viel zugänglicher ist.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Probiert neue Wege aus, um Wissen zu vermitteln. Fast alle Menschen sind optisch geprägt und gehören damit ganz oder teilweise zu den visuellen Lerntypen.

Fragt euch vor der nächsten Präsentation:
„Kann ich das Gleiche auch mit einer Visualisierung sagen?“ und begeistert dann euer Publikum!

Gudrun Wegener

Hi, ich bin Gudrun Wegener und freiberufliche Designerin. Im "bilderbuero" bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Problematisch wird, wenn Referenten ins andere Extrem abrutschen und zuviel mit dem Publikum machen. Dann kommt man als visueller Typ zu kurz und kann die Infos nicht so gut aufnehmen.

    Ich denke, es kommt auch auf das Thema und die Zielgruppe an. Und man muss die Zuschauer langsam ranführen. Besonders Rollenspiele erfordern Vertrauen zum Referenten.

    Übrigens: Eine Literaturliste oder eine Box mit weiterführenden Seiten finde ich sehr sinnvoll – besonders bei solchen tiefen Themen 🙂

    1. Hallo Evy,
      da hast du recht. Es kommt auf eine gute Mischung an.
      Danke für deinen Tipp mit den weiterführenden Links und Hinweisen.
      Viele Grüße, Gudrun

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