Visualisieren im Beruf – So machen Bilder Deinen Job einfacher

Visualisieren im Beruf – So machen Bilder Deinen Job einfacher © Gudrun Wegener | bilderbuero

Schon wieder ein Meeting. Schon wieder eine Besprechung. Und schon wieder ist kein produktives Ende in Sicht. Schade. Vor allem wenn Du bedenkst wie viel Zeit und Energie Du schon in dieses Projekt gesteckt hast.

Viele Situationen die im Berufsalltag kraftraubend sind, haben das gleiche Problem: zu viele Personen mit zu unterschiedlichen Ideen versuchen eine gemeinsame Lösung zu finden. Oft gehen die individuellen Vorstellungen und Konzepte weit auseinander.

Denn nur weil zwei Personen über „ein Haus“ sprechen, heißt das noch lange nicht, dass sie auch beide die gleiche Art von Haus vor ihrem inneren Auge haben. Sprache und Texte sind nicht immer der beste Weg, um die gemeinsame Basis zu finden.

Anders ist es mit Bildern. Wenn Du beim Thema „Haus“ an ein Fachwerkhaus denkst und Dein Gegenüber an ein Hochhaus, so wird das durch eine Visualisierung schnell klar. Und das ist nicht der einzige Vorteil. Durch die Verwendung von Visualisierungen wie Infografiken, Sketchnotes, Fotos oder Illustrationen, kannst Du Deinen Berufsalltag in vielen Bereichen vereinfachen.

8 Gründe für das Visualisieren im Beruf

Um von Visualisierungen zu profitieren, musst Du kein Zeichengenie sein. Es geht auch gar nicht darum von jetzt an überall mit Bildern zu arbeiten. Viel mehr helfen Dir gezielt angewendete Grafiken und Skizzen dabei mit Deinen Kunden schneller und effizienter auf den gemeinsamen Punkt zu kommen. Wie das im Detail aussehen kann und welche Gründe es für mehr Visualisierungen im Berufsalltag gibt, schauen wir uns jetzt gemeinsam an.

Grund #1 – Bilder sind schneller als Text

Bilder lassen sich viel schneller und intuitiver begreifen als Texte. Wenn Du einen komplexen Sachverhalt erklären willst oder einen umfassenden Zeitablauf hast, dann sind schnelle mitgezeichnete Sketchnotes oder schon vorbereitete Grafiken sehr gut geeignet, um für mehr Struktur und Übersicht zu sorgen.

Grund #2 – Zusammenhänge werden deutlich

Es ist ein Klassiker im Berufsalltag: zwei Abteilungen oder Bereiche arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin, aber jeder kennt nur seinen Teil des Projekts. Mehrarbeit, Missverständnisse und unnötige Verzögerungen sind die Folge.

Da lohnt es sich, wenn Du Dir schon vor Projektbeginn die Zeit nimmst und die Aufgaben und Probleme bildhaft darstellst. Das geht auch ganz unkompliziert, indem Du beispielsweise auf ein Flipchart zwei sich überschneidende Kreise zeichnest und dann im Gesprächsverlauf die verschiedenen Aufgaben in die Kreise oder deren Überschneidung sortierst.

Grund #3 – Visualisierungen sich eindeutig

Wort rufen bei jedem Menschen andere Bilder im Kopf hervor. Das ist klar und völlig normal. Trotzdem bedenken das nur Wenige, wenn es darum geht einen gemeinsamen Nenner zu finden. Visualisierungen hingegen sind eindeutig. Hier ein ganz einfaches Beispiel: bei dem Wort „Stift“ hat Jeder einen anderen Stift im Kopf. Zeigst Du aber ein Foto von einem Stift, dann denkt Jeder an das gleiche Schreibwerkzeug.

Um sicher zu stellen, dass wirklich alle Beteiligten am gleichen Strang ziehen und wissen welches Ziel erreicht werden soll, sind Bilder, Zeichnungen und Fotos ein effizientes und komfortables Mittel. Bilder machen Dir Deinen Berufsalltag so viel leichter.

Grund #4 – Gruppenkommunikation wird einfacher

Je größer die Gruppe, desto langwieriger ist es Absprachen zu treffen oder Entscheidungen zu fällen. Dazu kommt noch, dass es den Beteiligten schwerer fällt sich Wichtiges zu merken, je mehr Argumente und Fakten von den Teilnehmern vorgebracht werden. Nicht immer bringt Gruppenkommunikation auch wirklich mehr Klarheit in ein Thema.

Visualisierungen in Form von kleinen Skizzen, Icons oder Sketchnotes helfen dabei den Fokus nicht zu verlieren und wichtige Aspekte festzuhalten. So wird die Moderation einfacher und zielführender für alle Beteiligten.

Grund #5 – Entwicklungen aufzeigen

Pfeile, Kästen und vielleicht noch ein, zwei Farben – mehr braucht es nicht, um aus einem komplizierten und vielschichten Entwicklungsprozess ein übersichtlicheres Bild zu machen. Durch die Nutzung von visuellen Elementen wird die Entwicklung sichtbar, die Sachverhalte werden verständlicher und nachvollziehbarer für Dich und Deine Projektkollegen.

Grund #6 – Themen strukturieren

Selbst vermeidlich kleine Projekte können große und vielschichtige Konzepte mit sich bringen. In solchen Fällen die Übersicht zu behalten ist eine echte Herausforderung. Welche Termine musst Du noch organisieren? Wo wartest Du auf Rückmeldungen? Was ist noch offen?

To Do-Listen sind ein beliebtes, aber auch sehr textlastiges Mittel, um da den Überblick zu bewahren. Besser und eindeutiger sind da Visualisierungen. Schon die Einteilung in unterschiedliche Formen oder Farben wirkt hier oft Wunder. Dinge die Du organisieren musst, kommen in eckige Boxen. Dinge bei denen Du auf Rückmeldungen warten musst, kommen in runde Boxen. Alles was noch ungeklärt ist, hat eine gestrichelte Box. Das System ist so einfach, wie es praktisch ist.

Grund #7 – Visualisierungen machen Dich konzentrierter

Einfach abschalten, halbherzig mitschreiben und den Redner machen lassen, bringt Dich für Deine Projekte nicht weiter. Ganz im Gegenteil. Und auch in umgekehrten Fall, wenn Du vor Anderen sprichst, sind reine gleichförmige Texte langweilig.

Das muss aber nicht sein. Ergänze Deine Mitschriften um kleine Zeichnungen, Icons und Bilder, die Du immer wieder für die gleichen Sachverhalte nutzt. Eine kleine Glühbirne, die Du neben alle Tipps und Hinweise scribbelst. Oder ein Ausrufezeichen im Dreieck, wenn Du etwas festhältst das Du später schnell wiederfinden möchtest.

Indem Du diese kleinen Bildelemente nutzt wirst Du konzentrierter, Deine Mitschriften werden nützlicher und Deine Präsentationsgrundlagen sind für Deine Zuhörer interessanter.

Grund #8 – Visualisieren im Beruf macht Spaß

Der beste Grund ist aber ein anderer. Visualisierungen machen Spaß! Die eigenen Ideen und Visionen zu Papier zu bringen ist ein kreativer Prozess, der Dich glücklich und zufrieden macht.

Statt wie alle Anderen „nur“ mit Worten zu arbeiten, findest Du andere und persönlichere Wege zu kommunizieren. Das ist es, was Dich besonders und einzigartig macht. Du hast eine Leidenschaft für Deinen Beruf und für Deine Art diesen Beruf auszuüben. Nach und nach erweiterst Du Dein visuelles Vokabular und findest Deinen ganz persönlichen Weg Prozesse, Sachverhalte und Dinge zu erklären und für Deine Kunden aufzubereiten.

Fazit

Visualisierungen im Berufsalltag sind ein tolles und effektives Mittel um Ziele zu erreichen, Strukturen zu erkennen und Zusammenhänge herzustellen. Ja, im ersten Moment kostet es vielleicht ein bisschen Überwindung Ideen zu skizzieren und eben nicht auf den bewährten, aber auch gewöhnlichen Text zurückzugreifen. Aber es lohnt sich!

Probiere es einfach mal aus. Hier ein paar unterschiedliche Boxen, dort ein paar Pfeile zwischen den verschiedenen Argumenten und schnell hast Du Dein ganz persönliches visuelles ABC, dass Dir Deinen Job einfacher macht.

Gudrun Wegener

Hi, ich bin Gudrun Wegener und freiberufliche Designerin. Im "bilderbuero" bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling.

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