Schöner, Besser, Informativer! 13 Tipps für eine richtig gute Infografik – Teil 1

13 Tipps für richtig gute Infografiken - Teil 1

Infografiken sind cool. Sie begeistern und lassen sich super über Social Media Kanäle teilen. Kein Wunder also, dass sie immer beliebter werden und aus den Onlinemedien nicht mehr wegzudenken sind.

Gerade wegen dieser “Infografik-Schwemme” ist es wichtig nicht nur schnell irgendeine Infografik zu machen, sondern bewusst richtig gute Infografiken zu erstellen.

So erstellst du eine richtig gute Infografik

Ich komme am schnellsten voran, wenn ich mir die Arbeiten von anderen Designern anschaue. Was funktioniert gut? Was passt nicht? Welche Idee ist toll umgesetzt? Wo hätte ich es anders gemacht und warum? Darum hab ich Grafiken rausgesucht, um dir meine Infografik-Tipps am Beispiel zu erklären.

#1 Das richtige Thema

Infografiken sind niemals nur „hübsch“. Sie haben eine Zweck: sie sollen eine bestimme Information anschaulich und leicht verständlich vermitteln. Darum ist die richtige Themenauswahl immer der erste Schritt. Nur wenn die Infografik wirklich das beste Medium ist, um die gewünschte Botschaft zu vermitteln, solltest du sie wählen. Wenn ein Foto oder ein Video die Geschichte besser erzählt, dann nimm lieber diese.

Folgende Fragen musst du dir stellen:

  • Worum geht es genau bei meinem Thema?
  • Gibt es etwas zu sagen, bei dem die Infografik das richtige Medium ist (Statistiken, Mengen, Entwicklungen etc.)?
  • Schaffe ich durch die Infografik einen Mehrwert für meine Leser?
  • Ist das Thema so klar, dass die Infografik auch ohne den begleitenden Text funktioniert (Wenn sie bespielsweise über Social Media Kanäle geteilt wird)?
  • Infografiken werden nie aus Selbstzweck verwendet oder nur, weil sie „hübsch“ sind!

Gute Infografiken werden nie aus Selbstzweck verwendet oder nur, weil sie hübsch sind! Sie müssen immer einen Mehrwert haben!

Infografik-Beispiel

So bitte nicht. Diese Infografik ist reiner Selbstzweck und bietet den Leser keinen echten Mehrwert. Es fehlen echte Werte und Zahlen. Die Informationen werden durch die Infografik weder verständlicher, noch ist klar, worum es bei dem Thema im Detail geht. Hier wäre ein anderes Darstellungsmedium die bessere Wahl gewesen.

Das richtige Thema – 13 Tipps für gute Infografiken

Klick auf die Infografik öffnet die Originalgrafik // via visual.ly/blogging-and-un-sexy-truth-about-online-money-making

#2 Recherche!

Gute Infografiken geben Informationen wieder. Und diese müssen recherchiert, bewertet und gegeneinander abgewogen werden. Das betrifft zum einen natürlich die statistischen Werte, aber auch die Quellen. Wer hat die Umfrage gemacht und warum? Ein Textilriese, der eine Statistik über die Produktionsbedingungen in Asien herausgibt hat möglicherweise einen ganz anderen Beweggrund, als eine Verbraucherzentrale oder ein gemeinnütziger Verein. Alle diese Hintergrundinformationen müssen auf der Infografik vermerkt werden. Nur so kann der Leser die Qualität der Angaben nachvollziehen und bewerten.

Gehen Statistiken nicht auf die vollen 100 Prozent auf, dann muss die fehlende Menge trotzdem in der Infografik erscheinen. Man kann sie beispielsweise als „xyz % – keine Angaben“ oder bei kleinen Abweichungen als „rundungsbedingte Differenz“ bezeichnen.

Das heißt im Detail:

  • Sind ausreichend Inhalte recherchiert, um das Thema darzustellen?
  • Sind die Quellen bzw. Urheber der Statistiken überprüft?
  • Sind die Angaben logisch und nachvollziehbar?
  • Kommen verschiedene Quellen zu gleichen Ergebnissen?
  • Bitte nachrechnen! Alle Prozentangaben müssen zusammen 100% erreichen, sonst stimmt was nicht!
  • Auch fehlende Mengen müssen angegeben werden
  • Quellenangaben gehören immer in die Infografik!

Infografik-Beispiel

Hier stimmen die Zahlen. Auch wenn es in jedem Abschnitt der Infografik nur einen Teilbereich der Statistik geht, sind immer alle Prozentanteile dargestellt. So weiß der Leser genau, wie groß die Teilmenge in Vergleich zur gesamten Statistik ist und kann die Zahlen besser einschätzen. Die Quelle ist genannt und überprüft.

Infografik Warum Blogger gerne bloggen

Klick auf die Infografik öffnet die Originalgrafik. // © bilderbuero

#3 Visuelles und Inhaltliches Konzept

Wenn das Thema und die Hintergrundinformationen stehen, kannst du mit der Konzeption für die Umsetzung beginnen. Wie soll der rote Faden aussehen, der die Leser durch die Infografik führt? Folgen die Inhalte einfach nur logisch aufeinander? Gibt es vielleicht ein „Hauptfigur, die den Leser durch die Informationen führt? Gibt es ein wiederkehrendes Element, das in jedem Schritt auftaucht? Sei kreativ! Beim Konzept ist deiner Fantasie keine Grenze gesetzt.

Darauf musst du beim Konzept achten:

  • Deine Infografik muss logisch sein!
  • Inhalt und Optik müssen eine Einheit sein.
  • Finde einen roten Faden, der deine Leser an die Hand nimmt.
  • Nenne keine reinen Fakten, sondern erzähle eine Geschichte. Infografiken werden so interessanter.
  • Je spannender du deine Inhalte aufbereitest, desto mehr Aufmerksamkeit bekommst du für das eigene Thema.

Das Konzept besteht nicht nur aus nackten Fakten. Erzähle deinen Lesern eine Geschichte. Das macht deine Infografik spannender, kreativer und besser.

Infografik-Beispiel

Großartig! Eine Infografik, die eine Geschichte erzählt, bekommt immer mehr Aufmerksamkeit, als reine Zahlenwerke. Hier begleitet mich eine Hauptfigur durch die Wirren der Start-Up Jobs. Das macht Spaß und passt zum Thema. Das Konzept ist inhaltlich und visuell toll umgesetzt.

Das visuelle und inhaltliche Konzept - 13 tipss für richtig gute Infografiken

Klick auf die Infografik öffnet die Originalgrafik // via visual.ly/how-get-startup-job-some-notes-and-data

#4 Format

Grundsätzlich kann eine Infografik jedes Format haben. Doch wenn du willst, dass deine Infografik viel über Onlinemedien geteilt und verbreitet wird, dann solltest du einige Dinge beachten.

Zwei Sachen entscheiden darüber, ob deine Infografik gerne von Lesern angeschaut wird. Zum einen ist das die Nutzerfreundlichkeit. Denn nur wenn ich alles gut lesen, erkennen und begreifen kann, dann verbringe ich auch viel Zeit mit der Infografik. Das Zweite ist das Medium, in dem die Infografik erscheint. Für eine Infografik, die als ausgedrucktes Plakat oder Roll-up auf einer Messe steht, gelten andere Rahmenbedingungen, als für eine Online-Infografik.

Auf einem Blog oder einer Unternehmenswebsite sollte eine Infografik immer im Hochformat angelegt sein. Das entspricht viel besser der Darstellung auf dem Desktop, Tablet oder Smartphone, als ein Querformat. Die Höhe der Infografik ist praktisch unbegrenzt. Trotzdem sollte man die Infografik nicht unnötig in die Länge ziehen, da zu langes scrollen von Lesern auch als unangenehm empfunden werden kann.

Zusammenfassung für Online-Infografiken:

  • Hochformate eignen sich besser, als Querformate.
  • Nutzerfreundlichkeit und Erscheinungsmedium bestimmen das Format.
  • Die Höhe ist unbegrenzt. Unnötig langes scrollen sollte man vermeiden.
  • Tipp: Online-Infografiken sollten nicht unter 700px Breite angelegt werden, da nur wenig Internetseiten eine kleinere Contentbreite haben.

Der Erfolg deiner Infografik hängt auch davon ab, ob sie nutzerfreundlich und gut lesbar ist.

Infografik-Beispiel

Hier wurde viel richtig gemacht, denn die Idee, die Umsetzung und die Illustrationen sind schön gewählt. Doch leider ist die Infografik durch das Format nicht nutzerfreundlich. Man kann die Texte auf einer normalen Website ohne eine Vergrößerung nicht lesen. Dadurch wird diese Infografik niemals den Erfolg haben, den sie in den Onlinemedien haben könnte.

Das Format - 13 Tipps für gute Infografiken

Klick auf die Infografik öffnet die Originalgrafik // via visual.ly/essential-do-it-yourself-guide-successful-linkbait

Fazit

Das ist der erste Teil dieser Infografik-Serie. Welche Erfahrungen hast du bei der Recherche und Konzeption von Infografiken gemacht? Wie planst du deine Infografiken, damit sie deine Leser begeistern? Ich bin gespannt und freue mich über deine Kommentare! Wenn du mehr wissen willst, dann geht es für dich im nächsten Artikel mit den gestalterischen Elemente wie Farben, Schriften und Diagrammen weiter.

Artikelserie „13 Tipps für richtig gute Infografiken“

  1. Tipp #1 bis #4  – Von der Idee zum geplanten Format
  2. Tipp #5 bis #8 – Über Diagramme, Farben und Schriften
  3. Tipp #9 bis #13 – Finale Schritte und die Veröffentlichung

Gudrun Wegener

Gudrun ist Gründerin vom bilderbuero. Ob Infografiken, Illustrationen oder Webdesign – hier visualisiert sie kreativ, leidenschaftlich und stilsicher für die Online-Branche!

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Suche